Paul Oehlke: Besprechung von „Mythos Sexarbeit“

Die aktuelle „#MeToo-Bewegung“ hebt nahezu alltägliche sexuelle Übergriffe im normalen Leben ans Tageslicht, die in den Zwillingsschwestern Pornographie und Prostitution eine legalisierte Form gefunden haben. Insbesondere die letzte zeugt von einer noch lebendigen patriarchalischen Erbschaft, einer fortdauernden Herrschaftsform des männlichen über das weibliche Geschlecht mit ihren sozialen und ethnischen Diskriminierungen. Wie sehr die Prostitution über die kapitalistische Lohnarbeit hinaus und jenseits dieser auch heute noch ein Gewaltverhältnis mit fließenden Grenzen zur Zwangsprostitution darstellt, verdeutlichen die einzelnen Beiträge in dem von Katharina Sass im PapyRossa Verlag herausgegebenen Sammelband.

veröffentlich in: Sozialismus Heft 1-2018, S. 65-67