Tätigkeitsbericht für 2005

des Vereins zur Förderung der politischen Kultur / Sozialistisches Forum Rheinland.

Der Verein (kurz: Kulturverein) und sein Kooperationspartner, das Sozialistische Forum Rheinland, haben ein stürmisches Jahr hinter sich: Unsere Mitgliederzahl hat einen großen Sprung nach oben gemacht. Insgesamt haben wir unsere Arbeit erfolgreich fortsetzen können, zahlreiche Bildungsveranstaltungen angeboten und in der politischen Debatte Akzente setzen können.

Veranstaltungen

Einer unserer Schwerpunkt war die Aktualität der marxistischen Klassentheorie. Hierzu haben wir im Juni zunächst ein Wochenendseminar und im Oktober dann ein Tagesseminar mit 70 TeilnehmerInnen veranstaltet. Das Tagesseminar haben wir gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und der Z. - Zeitschrift marxistische Erneuerung durchgeführt. Die Vorträge werden in der März-Ausgabe der Z. dokumentiert werden.

Ein starkes Interesse hat auch unser Wochenendseminar „Sozialstaatlichkeit im flexibilisierten Kapitalismus“ (im November) und haben unsere vier Theoriekreise gefunden:

  • Neoklassische Theorie; Ref.: Alex Recht, Köln (im Januar)
  • Das Schlüsselwort „Reform“ in der politischen Sprache der BRD; Ref.: Silke Weber, Köln (im April)
  • Einsteins Sozialismusvorstellungen; Ref.: Andrej Hunko, Aachen (im Juli)
  • Diskussion von Udo Wolters Artikel „Nicht im Namen des Anderen. Der Antirassismus und sein Verhältnis zu Islamismus und Islamophobie“ (im November)

Zu unserem traditionellen „Sommerprogramm“ gehörte in diesem Jahr neben dem o.g. Theoriekreis auch eine Wanderung durch den Nationalpark Eifel. Insgesamt haben sich etwa 130 Menschen beteiligt.

Selbstverständnisdiskussion

Die Veränderungen in der politischen Landschaft führten auch zu einer Neubestimmung des politischen Selbstverständnisses zahlreicher Mitglieder. Gleichwohl zeichnet sich unser Zusammenhang noch immer durch gemeinsam entwickelte Grundüberzeugungen in praktischen und programmatischen Fragen aus.

Projekt: Solarenergie für Cubas Schulen

Ein weiterer Arbeitschwerpunkt war wieder einmal die Solidarität mit dem sozialistischen Cuba.

In den letzten Jahren hatten wir von der Stadt Köln bereits mehrmals Mittel zur Förderung kommunaler Projekte der Entwicklungszusammenarbeit erhalten. U.a. konnten wir damit einen Beitrag zur Ausstattung einer Schule in der Nähe von Havanna mit einer Photovoltaikanlage leisten. Diese Anlage hat mehrere Jahre zur Stromversorgung der Schule beigetragen. Während eines Hurrikans ist die Anlage jedoch durch einen Blitzeinschlag stark beschädigt worden. Einige für die Reparatur erforderlichen Ersatzteile müssen in Deutschland erworben und nach Cuba transportiert werden. Die hierfür anfallenden Kosten werden durch einen neuen städtischen Zuschuss und Spenden getragen.

Reinhard Pietsch von EUROSOLAR aus Frankfurt informierte uns im November im Allerweltshaus auf einer gemeinsamen Veranstaltung mehrere Kölner Cuba-Solidaritätsgruppen über seine aktuellen Eindrücke auf Cuba und den Ausbau regenerativer Energien. Er wird auch die Reparaturarbeiten an der Photovoltaikanlage überwachen und uns über den Fortgang des Projektes informieren.

Bündnisse und Kooperationen

Unter aktiver Beteiligung zahlreicher Mitglieder unseres Vereins hat sich im Oktober in Köln ein Rosa-Luxemburg-Club gegründet.

Nach wie vor arbeiten wir bei Attac, insbesondere in den Arbeitskreisen „Umfairteilen!“ „Antisemitismuskritik“ mit und sind Mitglied im „Bündnis Soziale Bewegung Köln“.

Auch in 2005 haben wir wieder mit zahlreichen Partnern kooperiert und haben uns an folgenden Veranstaltungen beteiligt:

  • GATS und Bolkestein-Richtlinie: Gefahr für Stadtwerke und Sparkasse in Köln?, Ref.: Martin Schulz (MdEP-SPD, Würselen), Karl-Heinz Müller (ver.di Köln) u.a.
    gemeinsam mit Dr. Lale Akgün (MdB-SPD, Köln), forum politik köln und Forum Demokratische Linke 21 (im Februar)
  • Für sozialen Fortschritt statt Brutalisierung von Rechts, Ref.: Herbert Schui, Hamburg
    gemeinsam mit attac, Jusos in der SPD, grüne Jugend und [’solid] die sozialistische jugend (im Juni)
  • In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW u.a. haben wir die deutsch-französische Tagung „Neoliberalismus und Rechtsextremismus in Europa“ durchgeführt (im Dezember)

Veröffentlichungen:

Im Jahr 2005 sind vier Ausgaben des „SoFoR-Info“ erschienen. Weitere Standbeine der Öffentlichkeitsarbeit sind unsere Internetseite (http://www.sf-rheinland.de/), ein monatlich versandter Newsletter und die „Lokalberichte Köln“, deren Mitherausgeber wir sind.

Mitgliederentwicklung

Das erfreulichste Ergebnis des Jahres 2005 ist die Entwicklung unserer Mitgliederzahl. Während wir in den letzten Jahres stolz darauf waren, in einem schwierigen politischen Umfeld die Mitgliederzahl immerhin stabil halten zu können, setzte in diesem Jahr ein regelrechter run auf unseren Verein ein: Wir konnten unsere Mitgliederzahl um 30% auf jetzt 87 steigern.

unser besonderer Dank

... gilt auch in diesem Jahr wieder dem Friedensbildungswerk Köln, der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und dem Willi-Eichler-Bildungswerk, die unsere Arbeit finanziell unterstützt haben.

Köln, im Januar 2006