Theoriekreis: Bilder vom Entsetzen und Aufbegehren in der »Ästhetik des Widerstands«

Peter Weiss' Roman handelt von der scheinbaren Unaufhaltsamkeit des Faschismus angesichts der Uneinigkeit der Gegenkräfte. Er kulminiert in den industriellen Massenmorden und der Katastrophe des zweiten Weltkriegs.

In diese Vorgänge sind Schilderungen von Werken der Literatur und bildenden Kunst eingefügt. Zusammen mit dem globalen Blick auf die politischen Ereignisse der Jahre 1936 bis 1945 dehnen sie das Handlungsfeld des Romans in eine riesige historische Dimension. Peter Weiss erörtert ausführlich den Pergamon-Fries, das „Floß der Medusa“, Picassos „Guernica“. Insgesamt kommen über 100 Werke der bildenden Kunst und der Literatur in seinem Roman vor.

Heilmann sagt, dass Werke wie jene, die aus Pergamon stammen, immer wieder neu ausgelegt werden müssten, bis eine Umkehrung gewonnen wäre und die Erdgeborenen aus Finsternis und Sklaverei erwachten und sich in ihrem wahren Aussehn zeigten (I S. 53).

Wie ist das möglich? Lassen sich die in Kunstwerken verborgenen geschichtlichen Erinnerungsspuren vergegenwärtigen ohne Berücksichtigung der Hitorizität der Form? Können sie unmittelbar angeeignet werden?

Referent: Klaus Stein

Termin: Freitag, 02. Dezember 2016