Die Schule „Georgui Dimitrov“

von Hans Günter Bell

Die JungsozialistInnen in der SPD in Köln und der Region rund um Köln griffen das EUROSOLAR-Projekt „Sonnenenergie für Cubas Schulen“ 1997 auf. Mit den gesammelten Spenden und einer Förderung durch die Städte Köln und Düren konnte eine Photovoltaikanlage für die Schule „Georgui Dimitrov“ finanziert werden. Es handelt sich hier um eine Internatsschule in Caimito (Provinz Havanna).

Unter Anleitung von Reinhard Pietsch, einem Mitarbeiter von EUROSOLAR, bauten die SchülerInnen die Photovoltaikanlage selbst auf dem Dach ihrer Schule auf.

Natürlich wollten wir die Studienfahrt auch nutzen, ‚unsere’ Schule zu besuchen. Diese hielt jedoch eine Überraschung bereit: Unser Versuch, die Photovoltaikanlage zu besichtigen scheiterte zunächst am völligen Fehlen der SchülerInnen, der LehrerInnen und v.a. der Photovoltaikanlage. Man kann sich unsere langen Gesichter vorstellen, als wir aus dem Bus steigen und – trotz vorheriger Anmeldung – niemanden antreffen. Auch eine intensive Suche auf den Dächern der Schule bringt zunächst die Photovoltaikanlage nicht zum Vorschein.

Nach und nach klärte sich dann aber die Situation. Ein schließlich doch auftauchender Schulhausmeister und ein herbeitelefonierter Provinzfunktionär entschuldigten sich vielmals für die Panne und erläuterten, dass unsere Anmeldung wohl auf dem Dienstweg stecken geblieben sein müsse, unser Kommen daher in der Schule nicht bekannt war und die SchülerInnen nach einem verlängerten Wochenende am Nachmittag zurückkehren würden. Was war aber mit der Photovoltaikanlage?

Hier erhielten wir eine praktische Lektion über Schwierigkeiten, die bei entwicklungspolitischen Projekten leider immer wieder auftreten: Da die deutschen Elektriker die häufigen, sich in Blitzen entladenden Unwetter auf Cuba nicht bedacht hatten, war in die Anlage keine entsprechende Sicherung eingebaut worden.

So konnte ein Blitzeinschlag den Schaltkasten beschädigen, eine Reparatur war noch nicht möglich gewesen und die Photovoltaikmodule auf den Dächern hatte man vorsichtshalber vor einem herannahenden Hurrikan in Sicherheit gebracht.

Nachdem wir dies alles besichtigt hatten und uns von dem verantwortungsvollen Umgang der CubanerInnen mit der Anlage überzeugt hatten, war der Schrecken schnell verflogen und für uns stand die nächste Aufgabe fest: Von Deutschland aus dafür sorgen, dass diese Photovoltaikanlage möglichst bald wieder in Betrieb gehen kann – diesmal aber mit einer Sicherung gegen die Folgen eines Blitzeinschlags.

Un Testimonio de Fraternidad. Solidarität mit Cuba!