Tätigkeitsbericht – Solarenergie für Cubas Schulen

Unser Projekt „Solarenergie für Cubas Schulen“

Tätigkeitsbericht des Projektes der Jusos Mittelrhein
in Zusammenarbeit mit den Jusos Köln, den Jusos Düren und der Juso-SchülerInnengruppe

1.         Einleitung

Das Projekt ‘Solarenergie für Cubas Schulen’ der Jusos Mittelrhein wurde auf der Bezirkskonferenz am 15. März 1997 in Bonn beschlossen und hat in der zweiten Jahreshälfte 1997 seine Arbeit aufgenommen. Das Projekt verstand sich als der mittelrheinische Beitrag zum Projekt ‘Solare Schule auf Cuba’ des Juso-Bundesverbandes. Als Leitung des Projekts wurden Dirk Bergrath (Bezirksvorstand, Düren), Britta Lenz (SchülerInnengruppe, Rhein-Sieg), Hajra Munir-Khawaja (Köln) und Wahid Samimy (SchülerInnengruppe, Rhein-Sieg) bestimmt, ferner unterstützte uns tatkräftig Hans Günter Bell (Bezirksvorstand, Köln). Um die Arbeit des Projekts und unser Anliegen auch plakativ darzustellen, hat Markus Lauber (Bezirksvorstand, Rhein-Berg) ein Projektlogo erstellt, das während des Projektverlaufs Verwendung in unseren Materialien fand

2.         praktische Solidarität mit dem Politécnico ”Georgui Dimitrov”

Hauptziel des Projekt war es, einen praktischen Beitrag der Solidarität mit dem cubanischen Volk zu üben. Die ökonomischen Probleme des Landes machen auch an der Lebens- und Lernsituation cubanischer SchülerInnen nicht halt. Die Zubereitung von Nahrung und vermeintliche Selbstverständlichkeiten wie elektrisches Licht stellen auf Cuba ein alltägliches Problem dar. Unsere Unterstützung stellt einen kleinen Beitrag zur Linderung dieser Probleme dar und bietet im Rahmen der ”Hilfe zur Selbsthilfe” die Chance, daß die gewonnen Erkenntnisse innerhalb Cubas weiterverbreitet werden können. Gleichzeitig läßt sich am Beispiel der cubanischen Schulen aufzeigen, daß es weltweit eine regenerative, eine ”post-fossilistische” (Altvater) Alternative zu den herkömmlichen Wegen der Energieproduktion gibt. Nicht zuletzt sollte das Projekt ein Ausdruck unserer Solidarität mit dem sozialistischen Cuba und unseres Protests gegen die Blockadepolitik der USA sein.

Die Ausführung des Projekts vor Ort wird von EUROSOLAR e.V. vorgenommen, die seit einigen Jahren Erfahrung in der Projektarbeit auf Cuba haben. Nachdem sich abzeichnete, daß die Jusos Mittelrhein in der Spendensammlung erfolgreicher werden würden als geplant, gab es einen Wechsel in der Projektschule. Statt wie anfänglich gemeinsam mit den Juso-SchülerInnen im Westlichen Westfalen eine Schule mit solarer Energie auszustatten, haben wir alleine ein Projektschule betreut: das Politécnico ”Georgui Dimitrov” in Finca Santa Ana. Diese in der Provinz Habana 40 km vom Stadtzentrum entfernt liegende Schule wird von 500 SchülerInnen besucht. Zu dieser Internatsschule gehören einige Felder, auf dem zur Selbstversorgung Gemüse angebaut wird, sowie eine kleine Schweine- und Rinderhaltung.

In der Schule besteht ein dringender Bedarf einer spürbaren Verbesserung der Strom- und Wasserversorgung. Deshalb wird mit dem von uns gesammelten Geld ein Solaranlage und ein Windgenerator gebaut, der die Schule unabhängig macht vom maroden Stromnetz. Um die Wasserversorgung zu verbessern werden einige Windmühlen (als Wasserpumpen) installiert.

3.         Ablauf

Das Projekt wurde am 9. Oktober 1997 mit einem Projektgruppentreffen eröffnet, zu dem alle interessierten Jusos und Nicht-Jusos eingeladen waren.

Vorangegangen waren Vorarbeiten der Projektleitung, die einen groben Entwurf für den Projektfahrplan erstellt, die Juso-Unterbezirke angesprochen und den Kontakt zu anderen Gliederungen der Jusos hergestellt hatte. Wichtige Vorbereitungspunkte waren außerdem die Kontakte mit Eurosolar, die Beantragung der Landesmittel zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit in den Städten Köln und Düren, sowie die Zusammenarbeit mit BündnispartnerInnen in den Vorbereitungstreffen der ”Che-Woche”.

3.1       “Che-Woche” an der Uni Köln

Anläßlich des 30. Todestages Che Guevaras am 22. Oktober 1997 fand in der Zeit vom 10. bis 14. November 1997 an der Universität zu Köln die “Che-Woche” statt, an der ein breites Bündnis von Organisationen beteiligt war. Neben unserer Projektgruppe und den Jusos Mittelrhein, nahmen daran noch folgende Gruppierungen teil: die Juso-Hochschulgruppe, der Antifa AK, das Autonome AusländerInnenreferat, die Fachschaft Regionalwissenschaften Lateinamerika und die Christliche Initiative Mittelamerika der Evangelischen StudentInnengemeinde (jeweils an der Uni Köln), Der Andere Buchladen, die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba – Gruppe Köln, der Verein zur Förderung der StädtepartnerInnenschaft Köln-Corinto sowie der Verband der StudentInnen aus Kurdistan.

Das Programm umfaßte jeweils einen Vortrag und einen anschließenden Kinofilm (siehe Seite … dieser Broschüre). Die “Che-Woche” ist insgesamt als voller Erfolg zu bezeichnen. Es ist ein interessanter Einblick in Leben und Schaffen Che Guevaras gelungen, ohne Gegenwart und Zukunft außer acht zu lassen. Zudem konnte eine beachtliche Zahl von Interessierten für die Veranstaltungen gewonnen werden, darunter viele die zuvor nicht in diesem Bereich aktiv waren.

3.2       Seminar “Cuba Solar”

Höhepunkt der inhaltlichen Arbeit war das Seminar vom 5. – 7. Dezember 1997 in Bonn. Die hier erzielten Arbeitsergebnisse spiegeln sich in den Anträgen zum Bundeskongreß wieder.

Die Themenmischung des Seminars ist auf überwiegend gute Resonanz gestoßen. Durch die Einbeziehung organisatorischer Fragen erhielten auch Neulinge einen Einblick in die Arbeit des Projekts. In den Arbeitsgruppen konnte umfassend auf die ökonomischen Reformen auf Cuba und auf das US-amerikanische Helms-Burton-Gesetz eingegangen werden. Mit Reinhard Pietsch von Eurosolar stand uns schließlich ein kompetenter und engagierter Referent zur Verfügung, der anschaulich über die praktische Seite des Projekts, dem Aufbau regenerativer Energienutzung vor Ort, berichten konnte und auch weiterhin ein verläßlicher Ansprechpartner für die Arbeit des Projekts blieb.

3.3       Aktionen zum Papstbesuch

Ende Januar 1998 besuchte der Papst Cuba. Die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit konnten wir für unser Ziele nutzen.

Die Aktionen zum Papst-Besuch fanden in Zusammenarbeit mit der Juso-Hochschulgruppe Uni Köln, der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba und der CIMA statt, die somit den Kern der Bündnisarbeit ausmachten.

Witterungsbedingt fanden die beiden ganztägigen Infostände im Foyer des Philosophikums der Kölner Uni statt. Die abendliche Veranstaltung ist gut besucht gewesen.

An dezentralen Veranstaltungen sind eine Konferenz der Kölner Jusos und eine “Aktivpause” an einem Meckenheimer Gymnasium (Rhein-Sieg-Kreis) zu nennen. Zusätzlich gab es noch eine Veranstaltung der Jusos Rhein-Berg zu den Weltjugendfestspielen auf Cuba im Jahr 1997.

3.4       Anträge

Die Jusos im Bezirk Mittelrhein haben eine gewisse Tradition im Verfassen von Anträgen rund um Cuba. Folglich konnten wir bei den Anträge auf vorherige Arbeit aufbauen. Da sich die ökonomische Situation auf Cuba dramatisch geändert hat, war allerdings eine umfassende Überarbeitung notwendig geworden. Wie bereits erwähnt, war hierfür das Seminar von entscheidender Bedeutung. Die dokumentierten Anträge wurden vom Bezirksvorstand der Jusos Mittelrhein beschlossen und an den Juso-Bundeskongreß 1998 gestellt. Hier konnte die Anträge allerdings aus zeitlichen Gründen nicht behandelt werden.

3.5       Materialien

Anhand des Projektlogos wurden verschiedene Materialien entwickelt. Im einzelnen waren dies T-Shirts, Aufkleber sowie Eindruckplakate.

4          Bewertung

Das Projekt ist überwiegend positiv zu bewerten. Es ist zwar kein Projekt gewesen, das Massen angezogen hat; doch dies war und von Anfang an bewußt. Erfolgreich war das Projekt vor allem in der Bündnisarbeit, wo wir eine ganze Reihe von alten Kontakten wiederbeleben und neue aufkommen lassen konnten. Neben den lokalen Gruppierungen, die PartnerInnen bei den Aktionen waren, ist hier auch Eurosolar zu nennen. Es bleibt zu hoffen, daß diese Kontakte aufrecht erhalten werden und nach der Bundestagswahl am 27. September 1998 unter anderen politischen Rahmenbedingungen mehr Wirkung entfalten können.

Hauptziel des Projekts war der Beitrag zur regenerativen Energienutzung auf Cuba. Dieses Ziel konnte voll und ganz erfüllt werden. Aufgrund der zusammengetragenen Mittel können die SchülerInnen der Politécnico ”Georgui Dimitrov” in Zukunft hoffentlich unter etwas besseren Umständen arbeiten und die gewonnen Erkenntnisse zum Wohle der Gesellschaft einsetzen.

Das Projekt ”Solarenergie für Cubas Schulen” hat seinen Abschluß gefunden, die Solidarität mit Cuba jedoch nicht. Es ist daher jedeR aufgerufen, auch weiterhin Veranstaltungen zu Cuba durchzuführen und Spenden zu sammeln. Dabei stehen wir Dir/Euch gerne als ReferentInnen und PartnerInnen zur Verfügung.

”Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker” (Ernesto Che Guevara)

 

Eure Projektleitung (Dirk Bergrth, Britta Lenz, Wahid Samimy, Hajra Spanke)

Solarenergie für Cubas Schulen