Projekt “Reichtum umfairteilen !”

Nun liegt er also endlich vor: der erste Armuts- und Reichtumsbericht einer Bundesregierung. Etwas Zeit gelassen hat sich die rot-grüne Regierung denn doch noch, bevor sie die brisanten Zahlen vorlegte. Und das, obwohl sich der Bericht nur auf die Sünden von Kohl & Co. bezieht.

Selbst die FAZ kam nicht umhin, leicht zerknirscht zu referieren, dass “ein Zehntel der Bevölkerung über 42 Prozent des Vermögens in Deutschland verfügt, während fünfzig Prozent nur 4,5 Prozent der Geld- und Sachwerte ihr eigen nennen”.

Doch spannender als die Zahlen sind die Schlussfolgerungen. Und vor allem hier tut sich die Bundesregierung schwer. Da sie ihre bisherige Politik als erfolgreich praktizierte Armutsbekämpfung ansieht, ergibt sich für sie so recht kein Handlungsbedarf aus dem Bericht.

Da wollen wir mit unserem Projekt “Reichtum umfairteilen!” gerne nachhelfen und einige Vorschläge veröffentlichen, wie der Reichtum umverteilt und die Armut bekämpft werden kann.

Die ersten Treffen der Projektgruppe haben mittlerweile stattgefunden: Nach einer Einführung in Methoden und Ergebnisse der Armuts- und Reichtumsforschung (im Februar) haben zwei weitere Projekttreffen die Gelegenheit geboten, über folgende Themen zu diskutieren:

 

  • Reichtum und Macht: Demokratiedefizite der Klassengesellschaft (März)
  • Reichtum und Verteilungsgerechtigkeit? Analyse und Bewertung der Regierungspolitik (April)

    Die Einladung zum Projekttreffen am 15. Mai liegt bei (Reichtum für alle – Grenzen des Wachstums. Passt das zusammen?). Schon jetzt möchten wir auf das Seminar Ende Juni hinweisen und um Anmeldungen bitten. Das nächstfolgende Treffen der Projektgruppe wird dann am 11. Juli sein.

    Seminar “Kapitalismus im 21. Jahrhundert”

    “Gehen Sie an die Börse, und werden Sie reich!” Wer hat diesen Spruch noch nicht in den Zeitungen gelesen? Und in der Tat: Es gibt Menschen und Unternehmen, die an der Börse reich geworden sind. Es gibt allerdings auch Menschen und Unternehmen, die durch Börsengeschäfte in den Ruin getrieben worden sind.

    Dies führt uns zu der Frage, in welchem Zusammenhang die internationalen Finanzmärkte und der große Reichtum in den kapitalistischen Ländern eigentlich stehen. Entsteht Reichtum wirklich an der Börse, oder wird er nicht vielmehr auf andere Weise produziert und erst hieran anschließend unter anderem auch an der Börse angeeignet? Und wie ist eigentlich das Verhältnis zwischen dem Bruttoinlandsprodukt und den Börsenkursen zu bewerten?

    Es sind genau diese Fragen, auf die wir mit diesem Seminar Antworten finden möchten. Zu diesem Zwecke werden wir uns zunächst mit der Marxschen Arbeits- und Mehrwerttheorie beschäftigen, um uns Kenntnisse über die Produktion und Aneignung von Reichtum zu verschaffen und zu verstehen, inwiefern Probleme in der Realwirtschaft Ursache für den Bedeutungszuwachs der internationalen Finanzmärkte sein können.

    Im Anschluss hieran werden wir uns den Finanzmärkten selber zuwenden und untersuchen, welche Bedeutung sie für Unternehmen und Investoren besitzen. Wir werden uns hierbei auch mit der Frage beschäftigen, welchen Änderungen die Finanzmärkte in den letzten Jahren unterlegen waren. Um das Geschehen auf den Finanzmärkten besser einordnen zu können, werden wir uns mit ausgewählten Aspekten der Finanzmärkte – wie etwa Fonds und Derivaten, aber auch Börsencrashs – intensiver auseinander setzen.

    Das Seminar endet damit, dass wir uns mit alternativen Konzepten der Linken beschäftigen, die Antworten auf die Probleme geben können, die im Zusammenhang mit der Produktion und Verteilung von Reichtum sowie der Entwicklung der Finanzmärkte entstehen.

    Das Seminar findet statt:
    von Fr., 29. Juni, 18.00 Uhr, bis Sa., 30. Juni, 18.30 Uhr
    im Hotel Schützenhof, Eitorf-Alzenbach

    Wir erheben einen Teilnahmebeitrag von 60 DM (ermäßigt 20 DM)
    Verbindliche Anmeldungen bitte an: Kulturverein, Postfach 210606, 50531 Köln oder an: umverteilen@spw-rheinland.de
    Die Anmeldungen können erst dann berücksichtigt werden, wenn der Teilnahmebeitrag auf dem Konto des Kulturvereins eingegangen ist: Sparda Bank Köln eG, BLZ 370 605 90, Konto Nr.: 61 24 05.
    Anmeldeschluss ist am Fr., 15. Juni.

SPW-Info Rheinland 13 / 2001