Theoriekreis: Wandel der Unternehmensbesteuerung

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Unternehmenssteuern sollen angemessen zur Finanzierung öffentlicher Ausgaben betragen und Unternehmen leistungsgerecht belasten. Doch so richtig dieser Anspruch im Allgemeinen ist, so schwierig ist seine konkrete Umsetzung.

Internationalisierung der Produktion und zunehmende Bedeutung elektronischer Dienstleistungen erschweren den Nationalstaaten die angemessene steuerliche Erfassung unternehmerischer Gewinne. Der internationale Steuerwettbewerb verschärft das Problem noch.

Die Nationalstaaten sowie supranationale Institutionen wie EU und OECD suchen daher nach neuen Mitteln und Wegen der steuerlichen Erfassung von Unternehmensgewinnen. Die nach zwischenstaatlicher Konsultation von der OECD ausgegebenen Ziele bestehen in mehr internationaler Transparenz über Besteuerungsgrundlagen, in einer Neuordnung der internationalen Gewinnaufteilung unter Beachtung der Digitalisierung und in der Konzipierung von Strafsteuern für als schädlich erachtete Gestaltungen.

Die politische Linke, die zurecht Wert auf ein hohes Steueraufkommen, Verteilungsgerechtigkeit und demokratische Verfahren legt, steht vor der Herausforderung, sich zu den Zielen der OECD zu verhalten, sie zu beurteilen und nach angemessener Abwägung ihrer Ziele zu eigenen Positionen in der Unternehmenssteuerpolitik zu gelangen.

 

Referentin: Astrid Kraus, Steuerberaterin und Vorsitzende des Sozialistischen Forums Rheinland, versucht in ihrem Referat zum Wandel der Unternehmensbesteuerung Licht in den steuerpolitischen Dschungel zu bringen.
Termin: Freitag, 16.06.2017

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