Mobilität – mehr als nur ein Klimathema

Mobilitätsdynamik zwischen Kapitalverwertungsstrategien der Autoindustrie und globalen Mobilitätstrends

Wie allen aktuellen Studien und Papiere zur Klimapolitik und zur Zukunft der Mobilität, insbesondere der individuellen Automobilität und der schienengebundenen kollektiven Mobilität, liegen unserem Papier spezifische Interessen und Fragestellungen zugrunde.

Eine zentrale Leitfrage ist für uns, wie der Verkehrs- und Mobilitätssektor – der bislang quantitativ keinen Beitrag zur CO2 Emissionsminderung leistete – am wirkungsvollsten und schnellsten seine Beiträge zur Erreichung der Pariser Klimaziele erreichen kann ohne wesentliche, gesellschaftlich wertgeschätzte Mobilitätsstandards aufzugeben.

Dabei sparen wir den Flugverkehr ebenso wie den Radverkehr aus. Uns treiben dabei gleichermaßen die Fragen um, wie nachhaltige kommunale wie bundespolitische Mobilitätskonzepte zu konzipieren sind, welche technologischen und ökonomischen Entwicklungen dabei zu berücksichtigen sind. Und ebenso die Frage, in welche Richtungen eine nachhaltige Transformation der Auto- wie der Schienenindustrie und ihrer Zulieferindustrien auszusehen hat.

Dabei sind für uns die Bewertung der Gebrauchswerte von unterschiedlichen Mobilitätsformen ebenso von Bedeutung wie ihre klimapolitischen Wirkungen. Strategische Zukunftsentscheidungen in diesem Sektor sind mit ungeheuren Ausgaben für Forschung & Entwicklung, Infrastruktur und neue Technologien verbunden und hohen Risiken von Fehlinvestitionen – in deren Perspektive das Mautdesaster wirklich als Peanuts-Problem erscheint.

In der Autoindustrie geht es dabei im Kern erstens um die Antriebstechnologie zwischen Verbrenner, Batterie und Wasserstoff sowie zweitens um die Zukunft des autonomen Fahrens und der jeweilig inbegriffenen Infrastrukturen. Beim schienengebundenen Verkehr sind die technologischen Antriebsfragen geklärt. Hier geht es um die sinnvollsten Ausbauprojekte, ihren Nutzen und Kosten sowie klimapolitischen Implikationen. Beide Themen sind eng mit drastisch erhöhten Stromverbrauchen verbunden und daher der Frage, wie die Produktion und Verteilung erneuerbarer Energien organisiert und finanziert wird.

Unser Ziel ist gegenüber einigen eingeschliffenen Argumentations- und Denkmustern durchaus provokativ angelegt. Unser Material soll anregen, die anstehenden Entscheidungen in ihrer Komplexität wahrzunehmen, den Blick für die hohe technologische und ökonomische Dynamik zu öffnen und sich nicht in zu kleinteiligen Konzepten zu verzetteln.

  • Was macht den individuellen Reiz und den Nutzen der individuellen Mobilität aus?
  • Welche gesellschaftlichen Nachteile gehen mit der individuellen Mobilität einher?
  • Was macht die individuelle Attraktivität und den individuellen Nutzen der kollektiven Mobilität aus, mit welchen Nachteilen wird der Benutzer konfrontiert?
  • Welche gesellschaftlichen Nachteile sind mit der kollektiven Mobilität verbunden?
  • Ist der flächendeckende Ersatz der individuellen Mobilität durch ÖPNV und „Flächenbahn“ klimapolitisch sinnvoll?
  • Strukturelle Grenzen des Ausbaus der kollektiven Mobilität oder warum nur 9 der hundert größten Bahnhöfe nach 1918 gebaut wurden?
  • Warum ist die individuelle E-Mobilität eine Zukunftstechnologie und keine Durchgangstechnologie?
  • Warum erneuerbare Energiequellen die Voraussetzung der emissionsfreien Mobilität sind und welche politischen Konsequenzen das hat?
  • Strategische Konsequenzen für die Entwicklung von Mobilitätskonzepten, die Mobilitätsinteressen und Klimaziele zusammenbringen

Das gesamte Papier findet Ihr hier: Mobilität – Mehr als nur ein Klimathema

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