Christoph Butterwegge / Gerd Bosbach / Matthias W. Birkwald (Hg.): Armut im Alter. Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung

Cover des Buches

Altersarmut ist ein Problem, das häufig mit der Alterung unserer Gesellschaft in Verbindung gebracht wird. Die drohende Verarmung von Millionen älteren Menschen in Deutschland ist aber vor allem auf sinkende Reallöhne, den expansiven Niedriglohnsektor, entsprechende Reformen des Arbeitsmarktes und eine falsche Rentenpolitik zurückzuführen: Mit der Riester-Reform und weiteren Maßnahmen (Aussetzung der jährlichen Rentenanpassung, Beendigung der Beitragszahlungen für Langzeitarbeitslose usw.) wurde das für den Sozialstaat grundlegende Prinzip der Lebensstandardsicherung in der Rentenversicherung aufgegeben. Absehbare Folgen sind eine noch stärkere Polarisierung der Gesellschaft in Arm und Reich sowie eine »Reseniorisierung« der Armut. In diesem Band geben Expertinnen und Experten erstmals einen Überblick über die aktuellen Risiken, Erscheinungsformen und Ursachen von Altersarmut in Deutschland. Darüber hinaus diskutieren sie ein ganzes Bündel möglicher Maßnahmen für eine gerechte und solidarische Alterssicherung. Campus Verlag, 2012

Katharina Sass (Hg.): Mythos »Sexarbeit«. Argumente gegen Prostitution und Sexkauf

Cover des Buches, Bordell

Seit einigen Jahren wird in Deutschland wieder verstärkt über Prostitution diskutiert. Die weitreichende Liberalisierung des Prostitutionsmarkts, die 2002 erfolgte, ist gescheitert. Die neuen Gesetze von 2016 stellen ein Wunderwerk an Regulierung dar, lösen jedoch nicht die Probleme. Denn zu den grundsätzlichen Fragen nehmen sie keine klare Haltung ein. Ist Prostitution »Arbeit« und sollte normalisiert und »professionalisiert« werden? Oder ist sie ein patriarchales Unterdrückungsverhältnis, dessen langfristige Überwindung es anzustreben und dessen Opfer es konsequent zu schützen gilt? Ist Sexkauf die Inanspruchnahme einer »Dienstleistung«? Oder ist er eine Form sexueller Gewalt, die gravierende Traumata verursacht? Die Autorinnen argumentieren für letztere Sichtweise und untermauern dies mit Erkenntnissen ausTrauma- und Prostitutionsforschung. Die Erfahrungen mit den nordischen Sexkaufverboten und die innerlinke Debatte dazu werden ebenso dokumentiert wie die internationale Bewegung gegen Prostitution. PapyRossa Verlag, 2017

Paul Oehlke: Arbeitspolitische Impulse für soziale Produktivität

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Fallstudien zu regionalen, nationalen und europäischen Aktivitäten Humanisierungspolitische Zielsetzungen lassen sich in einer gesundheits-, qualifikations- und persönlichkeitsförderlichen Arbeits-, Technik- und Organisationsgestaltung realisieren. Dies konnte zwar nur ansatzweise gegenüber den herrschenden Kräften in Staat und Wirtschaft geleistet werden, doch eröffneten die arbeitspolitischen Aktivitäten in diversen Projektschwerpunkten experimentelle Möglichkeiten für einen menschengerechten Produktivitätsfortschritt. Während dieser in zentralen strategischen Aktionsfeldern im ersten Buch „Arbeitspolitik zwischen Tradition und Innovation“ (VSA 2004) dargestellt wurde, konzentriert sich der vorliegende Band auf programmpolitische Impulse für sozial integrierte Produktivitätspfade auf nationalen, regionalen und europäischen Ebenen. Die Beiträge liefern einen erfahrungsgetragenen Beitrag zur Reaktivierung arbeitspolitischer Erkenntnisse für eine gesellschaftliche Kehrtwende. VSA-Verlag, 2013

Alban Werner: Was ist, was will, wie wirkt die AfD?

Cover des Buches, Transparent mit blauen Luftballons

Keine Partei ist in der Bundesrepublik Deutschland gegenwärtig so umstritten wie die AfD, deren bekanntestes Gesicht der Hamburger Ökonom Bernd Lucke ist. Aber was verbirgt sich hinter Programm und Personen der AfD? Ist diese Partei tatsächlich „rechtspopulistisch“ und vertritt das Spektrum rechter Bürgerbewegungen wie PEGIDA, wie ihre KritikerInnen meinen? Oder füllt die AfD nur eine Lücke, die CDU/CSU und FDP am (wert-)konservativen Rand der „bürgerlichen Mitte“ hinterlassen haben? Warum entstand eine Partei wie die AfD erst im Schatten der Eurokrise und nicht schon früher? Dieses Buch untersucht Personal, Struktur, Programm und Politik der AfD. Ihre Kernforderungen werden untersucht und ihre bisherige inhaltliche Entwicklung nachgezeichnet. Es wird erörtert, warum viele Forderungen und Losungen der AfD auf breite Zustimmung in der Bevölkerung treffen – nicht nur bei „rechten“ WählerInnen, sondern weit darüber hinaus. Diskutiert wird, welche Erfolgschancen diese Partei hat, und welche Auswirkungen die AfD auf das Parteiensystem Deutschlands haben könnte. Schließlich bietet das Buch erste Anregungen, wie eine politische Auseinandersetzung mit der AfD geführt und wie sie nicht betrieben werden sollte.   Neuer ISP-Verlag, 2015

Alban Werner: Machtphänomen Merkel. Hatten wir wirklich keine andere Wahl?

Cover des Buches, Angela Merkel mit ausgebreiteten Armen

Was zeichnet das »System Merkel« und ihren Regierungsstil aus? Und was ist vor diesem Hintergrund von der Bundestagswahl 2017 zu erwarten? Seit dem Jahr 2005 ist Angela Merkel Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist nicht nur die erste Frau in diesem Amt, sondern seit Beginn ihrer Amtszeit steuerte sie das Land auch durch eine Abfolge von Krisen und Umschwüngen: Globale Wirtschafts- und Finanzkrise, Eurokrise, Atomausstieg, NSA-Skandal, NSU-Enthüllung und jüngst die sogenannte Flüchtlingskrise. Während andere Regierende längst abgewählt wurden, konnte sich Merkel halten. Dabei half ihr, was ihr zugleich immer wieder vorgeworfen wird. Sie verkörpert wie keiner ihrer Vorgänger einen spezifischen Regierungsstil, der sich durch hohe Flexibilität und Verzicht auf starke politische Bekenntnisse auszeichnet. So kann sie den unterschiedlichen Regierungspartnern der deutschen Konsensdemokratie besser entgegenkommen und nimmt ihren Konkurrenten die Angriffsfläche. Zugleich ist die Regierungszeit von Angela Merkel eine Konjunktur neuer Proteste und Beteiligungsformen. Die Kehrseiten der konfliktscheuen Konsensdemokratie sind neue Parteien wie DIE LINKE, die PIRATEN und jüngst die AfD. Zugleich löst sich die politische Meinungsbildung immer stärker von den Parteien. Mit der »Willkommenskultur« einerseits und rechtspopulistischen Akteuren wie AfD/PEGIDA andererseits scheint der Bundesrepublik eine dauerhafte Polarisierung der politischen Debatte bevorzustehen. Was macht trotzdem den Erfolg der Methode Merkel aus? Welchen Anteil hat die Schwäche der politischen Linken am Höhenflug des »Machtphänomens Merkel«? Und welche Bedeutung hat die Vormachtstellung Deutschlands in Europa für die Ausstrahlung nach innen? Diesen Fragen geht Alban Werner nach. Er zeigt darüber hinaus auf, welche Bedeutung Bundestagswahlen zukommt und wie diese nach dem Ende »großer Erzählungen« seit 1990 zu bewerten sind.   VSA-Verlag, 2018